aus der Esslinger Zeitung vom 14.5.2009
Weniger Sprit statt Sitzheizung
Esslingen (jac) – Etwa 30 Interessierte waren zu der Veranstaltung „Jobkiller oder Innovationstreiber? – EU und Automobilindustrie" der Esslinger Grünen gekommen. Eine Branche, die in der Lage sei, Spurhalteassistenten zu entwerfen und die Sitzheizung zu optimieren, „die müsse doch auch die Ingenieurspower haben, klimafreundlichere Autos herzustellen", so die Frage von Moderatorin Andrea Lindlohr , der Esslinger Grünen-Bundestagskandidatin, an die Diskutierenden. Philipp Schepelmann vom Wuppertal- Institut bejahte dies grundsätzlich, merkte jedoch an, dass deutsche Autobauer den Trend zur Herstellung von energieeffizienten Autos bislang verschlafen hätten. „In Deutschland wird beim Thema Mobilität immer sofort ans Auto gedacht – warum kann ein großer Fahrzeughersteller nicht ganz neue, umweltschonendere Mobilitätskonzepte entwickeln?", warf er in den Raum. Unternehmensberater hätten ausgerechnet, dass sich der Exportsektor Umwelt bis zum Jahr 2030 um mehr als sein Zehnfaches vergrößern werde.
Sieghard Bender, Esslinger IG-Metall- Chef, wies darauf hin, dass diese Zahlen aus dem Jahr 2003 stammten und angesichts der aktuellen Krise niemand die zukünftige Entwicklung abschätzen könne. Er sehe die hiesige Automobilindustrie grundsätzlich als einen Innovationstreiber an und warnte davor, in der Krise die Investionen in Forschung zurückzufahren. Wenn es keine Patente mehr gebe, dann fließe damit auch der Wohlstand ab. Die grüne Europaparlamentarierin Heide Rühle sprach sich gegen eine „sinnlose Subventionierung der Autoindustrie aus" und warb für eine effizientere Nutzung von Energie und Rohstoffen. „Die Produzenten brauchen durch die Politik eine langfristige Orientierung, indem sehr hohe Standards gesetzt werden








