DIE GRÜNEN IN ESSLINGEN

Der Schiller-Werkrealschule droht das Aus

"Filder-Zeitung", vom 11.10.2011

 

Esslingen. In Berkheim soll die Kleinkindbetreuung ausgebaut werden. Selbst die CDU trägt die Entscheidung nun mit. Von Kai Holoch

Wir sind stinksauer." Dirk Rupp, schulpolitischer Sprecher der Grünen im Esslinger Gemeinderat, kann den Kurs der Verwaltung und der anderen großen Fraktionen nicht nachvollziehen. Diese haben sich nämlich mittlerweile darauf verständigt, dass die Schiller-Werkrealschule zum Schuljahresende geschlossen wird. Zwar soll die endgültige Entscheidung erst im November fallen. Aber schon in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses ist deutlich geworden, dass nicht nur SPD und die Freien Wähler, sondern mittlerweile auch die Mitglieder der CDU-Fraktion den Vorschlag der Verwaltung mittragen werden.

"Wir haben uns lange für den Erhalt der Schiller-Werkrealschule eingesetzt. Aber nun geben wir unseren Kampf auf", sagt Markus Grübel, der Sprecher der CDU. Dafür gebe es viele Gründe. Tatsache sei, dass schon jetzt acht bis neun, statt der ursprünglich geplanten elf Züge pro Jahrgang ausreichten, um die Nachfrage nach Werkrealschulplätzen zu befriedigen. Dieser negative Trend werde sich weiter verstärken, wenn vom kommenden Jahr an die verbindliche Schulempfehlung am Ende der Grundschule wegfalle. Wenn man dann noch bedenke, dass es für die Schillerschule sehr gute, sinnvolle und zudem vergleichsweise preisgünstige Nachnutzungsmöglichkeiten für die frei werdenden Räume gebe, könne sich die CDU, die stets auf eine sparsame Haushaltsführung dränge, den Vorschlägen der Verwaltung nicht verweigern. In der Schillerschule soll Raum geschaffen werden, um den eklatanten Mangel an Betreuungsplätzen in Kindertagesstätten und für die Betreuung von unter Dreijährigen in Berkheim ein wenig zu beseitigen. Die Kosten sollen sich auf rund zwei Millionen Euro belaufen.

Auch Dirk Rupp will nicht ausschließen, dass sich die Grünen letztlich für die Schließung der Werkrealschule aussprechen könnten. Allerdings werde hier der zweite Schritt vor dem ersten getan. Ursprünglich hätte die Verwaltung angekündigt, zunächst in einer Klausursitzung im November generell über die Schulentwicklungsplanung zu sprechen, ehe man Einzelentscheidungen treffe. Doch nun sei die Klausur mit einer fadenscheinigen Begründung abgesagt worden - stattdessen solle man nun die Einzelentscheidung treffen.

Der schulpolitische Sprecher der SPD, Klaus Hummel, sieht das Hauptproblem bei der aktuellen Schulentwicklungsplanung nicht in der Schließung einer Werkrealschule, sondern bei dem in den kommenden Jahren zu erwartenden Ansturm auf die Realschulen und die Umsetzung der von der Landesregierung geplanten Gemeinschaftsschulen. Das Thema werde den Rat noch intensiv beschäftigen. Dennoch sei der Schließungsbeschluss für die Schillerschule zum jetzigen Zeitpunkt ebenso richtig wie unumgänglich. Wichtig sei aber, dass sozialverträgliche Lösungen für die Betroffenen gefunden werden. So sei es denkbar, dass zumindest die Schüler der achten und neunten Klassen ihren Abschluss noch in Berkheim machen können.

 

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